…wobei ich mir nicht im Geringsten vorstellen kann, welchen Hintergedanken sie dabei hatte

Hier in Shanghai ist alles im Lot. Noch 30 Tage – dann beginnt das Leben wieder von vorne….
…wobei ich mir nicht im Geringsten vorstellen kann, welchen Hintergedanken sie dabei hatte

Hier in Shanghai ist alles im Lot. Noch 30 Tage – dann beginnt das Leben wieder von vorne….
Freitagabend, eine anstrengende Woche liegt hinter einem – ja, auch wenn es wenig Arbeit gibt, so strengt es doch an jeden Tag um 7.00 Uhr aufzustehen und den ganzen Tag in seinem Cubicle zu sitzen.
Was macht man also am Freitagabend?! Richtig, 2 Möglichkeiten:
Bei mir sollte es in der vergangenen Woche irgendwie keines von beidem so richtig werden. Aber fangen wir von vorne an. Der letzte Tag der Woche bricht an, draußen zwitschern die Vögel, die Sonne schaut hinter ein paar Schäfchenwolken hervor, es weht ein laues Lüftchen und angenehme 19°C umspielen in einem seichten Wind direkt vom Meer meine Nase …. Nöööt, Nöööt, Nöööt….der Wecker und back to reality: 28°C, 80% Luftfeuchtigkeit, vergessen die Klimaanlage anzustellen, Mückenstiche überall, Baulärm, Sirenen, Hupen von draußen. Guten Morgen, oh du schöne Welt…
Nach der wiederbelebenden Dusche das Angebot von Alex: „Hey Phi, wanna join us – me and the girl I try to get laid with and some friends of her – for Hot Pot tonight?”. Why not…ich lasse alle Optionen offen und sage ich werde mich mit Sicherheit später bei ihm melden. Das mache ich auch – 16.00 Uhr, ich habe Hunger, keine Pläne für den Abend: Angebot angenommen. 19.30 Uhr, Najin Xi Lu, Exit 2. Das bekomm ich hin…
Zu angesagter Uhrzeit am Ort des Geschehens – noch immer in der Annahme, dass Alex und Serena auch mit der Bahn kommen – hält ein Taxi neben mir, Alex hängt aus dem Fenster: „Hey German guy, jump in…!“. Gesagt, getan.
Während der Taxifahrt in die French Concession – natürlich nach einer ausgiebigen Vorstellungsrunde – wird Serena dann auf einmal ruhig und beginnt uns aufzuklären:
„Also Jungs. Ich möchte euch bitten euch vernünftig zu benehmen…“ – Klar, immer, sind schließlich ihre Freunde, Alex will sie haben, ich bin nett…
„….schließlich ist das heute Abend das monatliche Company Essen. Mein Chef ist da, alle Kollegen.“
Ooookay….Alex?! Shit, dem geht es genauso wie mir. Er wusste auch nix. Einmal mehr eine dieser traumhaften chinesischen Überraschungen. Gut, nicht weiter schlimm (doch!), ich komm ja grad aus dem Büro, den Anzug hab ich noch an und der Dresscode stimmt, da kann ich nun noch ein bisschen Smalltalk machen, was essen und dann verschwinden. Denkste!
Wir lernen Ihren Chef kennen. Netter Kerl. Geboren in London, aufgewachsen in Simbabwe, in Florenz mal hängen geblieben und geheiratet, seit 13 Jahren (!) in Shanghai. Wir essen. Wir haben Spaß. Alex spendiert Wein aus seinem Vorrat. Ich bereite mich schon mal mental auf den Abgang vor… „Hey Guys…finish eating. JZ Club is waiting for us!“
Andrew – so war der Name – lies es sich nun nicht nehmen das Essen zu zahlen und nun auch noch alle in den Club einzuladen. Ok….2 Drinks. Dann geh ich aber wirklich. Die Entscheidung war spitze. Andrew hat die Rechnung für meine 2 Capi und 4 Bierchen übernommen, eine südamerikanische Live Band hat gespielt, wir konnten tanzen – 1.00 Uhr nachts. Nun aber nach Haus. Inzwischen habe ich mit Andrew über Gott und die Welt diskutiert. Internet vs. Papier, Telefon vs. Gespräch – wir verstehen uns gut. Da kommt die Frage, die dem Abend die Wendung bringen soll:
Andrew: „Philipp, warst du schon mal auf der Tong Ren Lu?“
Phi: „Tong was…?!?!“
Das war die falsche – oder vielleicht genau richtige – Antwort! Wir verlassen den Club nahezu fluchtartig. Andrew weist seine Mitarbeiter an heute Abend noch richtig Spaß zu haben und nicht zu vergessen ihm Montag die Rechnung dafür zu geben und ich… Naja…ich sitze mit einem Ende 50-jährigem Weltenbummler in einem Taxi nachdem mir die gesamte Gruppe versichert hat, dass ich Spaß haben werde und es einfach nicht sein kann, dass ich die Tong Ren Lu noch nicht kenne… Nagut…
Als wir uns mit dem Taxi nähern erkenne ich die Tong Ren Lu. Hier bin ich neulich mit einer chinesischen Freundin schon mal durchgefahren. O-Ton: „Philipp, hier ist eine Party Straße. Da kann ich aber leider nicht mit dir hingehen. Da dürfen nur Männer hin…“
Die Tong Ren Lu ist Shanghais Reeperbahn. Ok….Reeperbahn kenn ich, war ich auch schon in einigen Clubs, kann lustig (und teuer!) werden. Hier ist es nun allerdings etwas anders! Es treiben sich vornehmlich Westler in diesen Bars herum, Frauen stehen vor der Tür und versuchen dich reinzuziehen (ich weiß nicht, aber ich find Hamburger Art besser: „So mien Jung, nu lat dien Deern mal draußen stehn, hier binnen wirst en büschen Spaß haben!“), drinnen hast du nicht nur nen Mädel auf deinem Tisch tanzen, sondern gleich noch zwei auf dem Schoß dazu. Man kann sich dran gewöhnen, nur muss man leider jedes Mal mindestens 3 Drinks raushauen – die Preise sind ähnlich wie auf der Reeperbahn
.
Wir haben in dieser Nacht ca. 10 Minuten in jeder Bar verbracht und jedes Mal 5 – 6 Drinks kaufen müssen (2 für uns und der Rest…). Andrew ist schnelllebig, daher gings immer direkt weiter. Bestes Zitat des Abends übrigens während sich zwei Mädels nähern: „Das ist dein Part, ich bin verheiratet!“ OKAY…
Kommen wir zur Bilanz der Nacht: Ich bin natürlich – trotz zahlreicher Angebote – nicht in irgendein Hinterzimmer gegangen. Wo wäre da die Challenge
. Ich habe ungefähr 2500,- Yuan (ca. 260,- €) vernichtet, habe mal Shanghais Reeperbahn gesehen und kein Bedürfnis wiederzukommen – ein vernünftiger Club mit „echten“ Menschen ist mir lieber
Das Wichtigste wie immer zum Schluss: Was kost’ der Spaß?
Dank Andrew unglaubliche 35,- Yuan (ca. 3,60 €) für mein Taxi nach Haus. Guter Deal eigentlich: Per Anhalter in den Nachtclub. Nicht mein Ding, aber irgendwie lustig
PS: Moralische Bedenken mit diesem Post möchte ich euch bitten direkt an meinen Anwalt zu schicken.
PPS: Mama, keine Sorge ich bin und bleibe die Unschuld in Person
PPPS: Und bitte diesen Blogeintrag einmal nicht für Oma und Opa ausdrucken
Nun ist mir tatsächlich genau der gleiche Fehler wie Sarah passiert:
Für alle “Non-Facebook-User” gibt es unter folgenden Adressen Shanghai Fotos zu sehen:
- First Impressions
- Teppanyaki
- Century Park
- KTV (Karaoke)
- Fußball: China vs. Deutschland
- Taikang Lu Arts Center
- Ein ganz normaler Abend
- Baustellenbesuch mit Henkel
So und wenn ihr schon dabei seid: www.facebook.com/the.phi
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Wellness und ein ausgeglichener Körper werden groß geschrieben in China. Das durfte ich auch gestern wieder bei meinem 2 stündigen Frisörbesuch für sage und schreibe 4,00 €uro erfahren.
Ich wurde mal wieder von vorne bis hinten umsorgt – Kopfmassage, Rückenmassage, Kopfmassage, Armmassage, Kopfmassage, usw. Am besten ist, wenn man als Westler unangemeldet kommt und zu einem ganz bestimmten Frisör will – das mach ich jetzt immer so. Da James noch 3 Kunden hatte, wurde mein Wellnessprogramm einfach mal ausgeweitet: 1,5 Stunden Massage statt einer halben Stunde. Hier ist der Kunde noch König…
Ein bisschen befremdlich ist allerdings, wie hier die Haare gewaschen werden und was sonst noch so zum Programm gehört. Zunächst das Haare Waschen: Man nehme eine Halbe Flasche Shampoo in die Hand und fängt am Hinterkopf an dies in die trockenen Haare einzumassieren. Dazu kommt ein kleines Fläschchen Wasser, welches immer wieder ein bisschen Flüssigkeit dazugibt. Mit der Zeit bildet sich dann ein riesiger Schaumkopf – man sitzt nach wie vor auf dem Stuhl. Naja…ander Länder und so weiter…
Am seltsamsten ist allerdings der Fakt, dass hier standardmäßig zu einer neuen Frisur auch die grundliche Reinigung der Ohren zählt – eine Aufgabe die ich sonst vorziehe allein zu machen. Naja…man gewöhnt sich auch daran, dass eine junge Dame einem gefühlte zehn Minuten Wattebäuschchen durch die Ohren zieht. Vielleicht werde ich es sogar vermissen in der Zukunft…wer weiß.
Sonst gibt’s nix Neues im Reich der Mitte.
DOCH: Ich habe wieder mal eine dieser Wochen ohne Arbeit – daher jetzt auch mal wieder ein Blogeintrag. Gestern hat sich mir allerdings auch der Grund für meine Arbeitslosigkeit eröffnet. Ich habe es ja schon länger aus den Reaktionen der Kollegen vermutet, aber nun scheint es bestätigt: Es gibt nicht zu wenig Arbeit, eher zu viel, aber die Kollegen machen es lieber allein, da sie befürchten ich könnte es besser machen und ihren Job gefährden. Ich weiß nicht ob ich frustriert sein soll, mich damit abfinde, weil ich „nur Prakti“ bin oder was auch immer…
Ich lese weiter Spiegel.de…
4 Jahr Abstinenz. Nach Bänderriss und 4-fachem Armbruch bei Fussball, war für mich während der ABI Zeit Schluss mit Ballspielen. Ich hatte keine Lust mehr auf regelmäßiges Laufen an Krücken oder zumindest mit bandagierten Beinen und habe von heute auf morgen dem Ballsport abgesagt.
Geflüchtet hab ich mich dann in weniger gefährliche Sportarten wie Laufen (Mittelstrecke) oder „Einfach-mal-nichts-tun“. Zuletzt dann immer mehr das zweite, was man auch an meinem wachsenden Bäuchlein sehen konnte – ich sag nur:
„Hallo, lieber Schneider. Könnten Sie diese Anzughosen bitte weitermachen?“
„Wie weit denn?“
„So weit es geht!“
Nunja…was passt also besser zu einem Comeback als 30°C Außentemperatur, eine tödliche Luftfeuchtigkeit und ein anstehendes Basketball Turnier aller Firmen im Shanghai Zhangjiang High Technology Park?! Richtig ich hab mich aufgerafft und mache wieder Sport.
Nach der ersten 20 min Partie brauchte ich eigentlich ein Sauerstoffzelt. In der zweiten Partie hatte ich kurzfristig einen Krampf in den Waden. Die dritte Partie hat mich unglaublich motiviert erlebt. Ich war über den Schmerz hinweg. Es ging noch mehr.
Die Folgen des ganzen Spaßes merke ich dann heute: Ich kann kaum Laufen. Meine Beine fühlen sich an wie Blei und ich könnte gut ein neues Paar gebrauchen. Gut, dass das nächste 2h-Training erst für heute Abend angesetzt ist. Dann hab ich ja noch 7 Stunden Zeit mich zu erholen!
So schmerzhaft wie es ist: Es bringt wieder richtig Spaß in Bewegung zu kommen. Nun hat mich endgültig die Motivation gepackt.
Übrigens: Wir drei Lao Wais, interns, Deutsche hatten eigentlich gedacht, dass das Team mit dem wir da gespielt haben bunt zusammengemischt ist und auch das erste Mal trainiert. Nach dem Spaß haben sie uns dann erzählt, dass sie einmal die Woche zusammen trainieren! Na Danke!
Morgen krieche ich dann übrigens Fussball. Vielleicht ist das auch mein letzter Blogeintrag. Weiß nicht wie lange ich das überlebe!