Seit zwei Wochen bin ich wieder im guten, alten Deutschland – Zeit Bilanz zu ziehen: 8,5 Monate im Ausland, China, Mexico, einmal um die Welt und wieder zurück. Aber was ist nun das Fazit, was war gut, was war schlecht? Soll man wirklich ins Ausland gehen?!
Um das Ende vorweg zu nehmen: Es lohnt sich! Daher fange ich nun auch mit den negativen Punkten an:
Es fängt an mit der kurzen Zeit, dem Limit, der Begrenzung, dem immer nahenden Ende. Das heißt gleich Abschiede. Wie es eigentlich seit dem Abi geht, steht alle 3 – 4 Monate eine Verabschiedung an. So natürlich auch in China und Mexico. Nachteil: Es ist jetzt deutlich weiter weg. Aber Gott sei Dank gibt es ja Skype, Facebook und Email.
Wie man vielleicht schon an meinen vorherigen Blogeinträgen gemerkt hat, hat mir vor allem das deutsche Essen gefehlt – daher in dieser Liste auch der Platz 2 für die Verpflegung. In Mexico war es gut auszuhalten, in China eher schwierig und die Rückkehr nach Deutschland – auch noch zur Weihnachtszeit – ist daher eher zur Völlerei verkommen.
Drittens: Man hat irgendwie Angst vorm Zurückkommen. 8 Monate fern von allem, was man gewohnt ist, die Welt dreht sich weiter, Freunde ziehen um, Eltern dekorieren um, Regierungen ändern sich, und und und. Was erwartet mich, wenn ich zurückkommen? Es wird wieder so normal. Vielleicht langweilig? Wie komme ich mit der plötzlichen Nähe wieder klar? Alles Fragen, die einen so beschäftigen – bisher kann ich mich nicht beklagen. Die Eingliederung klappt, auch wenn ich jetzt wieder selber abwaschen muss
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Nummer 4: Hitler. Ja, das dritte Reich ist ein Thema, teilweise auch nicht so sensibel behandelt wie in Europa bzw. vor allem in Deutschland. Was für uns ein Reizthema ist, wird in Mexico gern Grund uns mit Edding-Bärtchen und Hitlergruß zu begrüßen und in China teilweise sogar mit Stolz besetzt („Ihr habt in Europa wenigstens mal versucht richtig aufzuräumen“). Da muss man sich dran gewöhnen, immer wieder aufklären und teilweise sehr ungläubige Blicke entgegen nehmen.
5. Verdammt ist das teuer. Ersparnisse bewahren? Fehlanzeige. Im Ausland musst du reisen sonst ärgerst du dich am Ende nur – dann muss halt auch mal am Mittagessen gespart werden
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Finally 6: Von Zeit zu Zeit – bei mir allerdings nur 2mal – hast du tatsächlich Heimweh. Dieses Gefühl, dass du auf einmal alles scheiße findest, nur noch nach Hause möchtest, dir alles auf die Nerven geht und du einfach mal nur abschalten möchtest – mit „Dem Supertalent“ oder so
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Das war aber auch schon das Negative, es überwiegt klar der positive Eindruck.
Zunächst: Die Sprache. Ok, in China hat sich mein Lerneffekt sehr zurück gehalten, aber dafür bin ich in Mexico dann richtig durchgestartet. War am Anfang die Kommunikation recht eingeschränkt („Was heißt denn Kühlschrank?!“), ging meine Sprachfähigkeit am Ende gar in die Doppeldeutigkeit und schlüpfrige Kommentare. Das kann man positiv sehen, oder nicht. Ich find’s gut
2. Gerade in Shanghai lernt man Leute aus aller Welt kennen und auch Mexico hat einigen Zuwachs beschert. Meine Palette geht nun von China über, Italien, Frankreich, Südafrika, Australien, Korea, Japan, USA, Kanada, Schweden, Island, Argentinien, México, Holland, und und und… Das ist deutlich eine Bereicherung im Leben und immer eine Reise in der Zukunft wert. Und nicht zuletzt ist natürlich auch die sprachliche Bereicherung nicht zu verachten: Auf wie viele Arten ich inzwischen „Prost“ sagen kann, ist schon erstaunlich.
3. Einer der größten Pluspunkte ist sicherlich die kulturelle Bereicherung und das Kennenlernen verschiedener Länder. Gerade China erfordert eine hohe Lernbereitschaft und Toleranz. So schnell kann mich nach diesen 8,5 Monaten zumindest nichts mehr schocken.
Nummer vier: Du bist frei und ungebunden, kannst machen was du willst, bist bald wieder weg, musst auf keine Freundin, Eltern, Pflichten Rücksicht nehmen – klar es gibt neue Pflichten, aber die kann man sich ja auch weitestgehend selber gestalten
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5: Reisen, Reisen, Reisen… So viele neue Sachen wie in diesem Jahr habe ich n0ch nicht gesehen. Landschaften, Pflanzen, Gebäude, Essen, Getränke, Gebräuche, Musik – alles anders, alles neu, alles spannend und interessant. Die Zeit sollte man sich auf jeden Fall nehmen und das neue Land in allen Ecken entdecken und genießen. Absolutes Plus in 2009.
Und zum Schluss die 6: Deutschland ist wieder richtig viel wert. Man ist halt doch hier aufgewachsen, hat sich an die Gegebenheiten im Heimatland gewöhnt und sie lieben gelernt. Da passiert es dann, dass man das „Hamburger Schietwetter“ vermisst, den deutschen Beamten-Spießer zu Schätzen lernt und viele nervige Sachen von zu Hause wieder richtig hoch wertet. Du bist Deutschland, oder wie war das ?!
Ab jetzt wird es wieder langweilig an dieser Stelle, der Jahreswechsel steht kurz bevor, die WHU beginnt mit dem letzten Semester am 4. Januar wieder und es gilt Entscheidungen zu treffen: Den Sommer 2010 verbringe ich in Berlin, das ist schon klar, aber was kommt danach?!





