Alles ist so neu

By schaalseejung

„Life is too short to wake up in the morning with regrets, so love the people who treat you right, forget about the ones who don’t, and believe that everything happens for a reason. If you get a chance, take it. If it changes your life…let it. Nobody said that it’d be easy; they just promised it would be worth it“

Es ist inzwischen 3:32 Uhr – Sonntag Nacht. Ich sitze in meiner Kölner Zwischenwohnung und merke so langsam, was mit mir passiert. Schlafen kann ich grad nicht. Zu viel schwirrt mir im Kopf rum. Eben war ich noch dabei meine letzten Klausuren zu schreiben, dann kam Köln, Berlin und nun wieder Köln. Als wäre die Zeit wie im Traum verflogen, finde ich mich in diesen Tagen wieder hier in dieser wirklich packenden Stadt. Dort wo Zweitliga Fußball jeden interessiert, die Ringe schon Donnerstag Nacht voller Leute sind und die rheinische Frohnatur einen nicht mehr loslässt.

Noch vor kurzem war lernen der Hauptsinn eines jeden Tages. Alle haben wir uns gesehnt nach dem „entspannten“ Praktikum, doch was kommen sollte….

Köln, netmoms.de, 9er-WG und eine tolle Zeit. Das waren meine ersten 6 Wochen diesen Sommer. Ein Startup wie man es sich vorstellt. Arbeit so weit das Auge reicht, kleine Büros und pinke Ikea Stühle. Nette Kollegen, Pizza zum Mittag und gemeinsam Feiern gehen. Das war es worauf ich gewartet habe. Eine Arbeit, die mir richtig Spaß gemacht hat. Lange sollte ich hier nicht bleiben dürfen. Der „große Bruder“ in Berlin wartete. Nach unzähligen Fragen und Antworten rund um Schwangerschaft, Baby und Kind sollte es nun um Internationale Märkte für studiVZ gehen. Mein nächstes Praktikum kam schneller als gewollt und der Abschied war schwerer als gedacht.

Nun kam die nächste Herausforderung: Koffer gepackt und ab in die Hauptstadt. Berlin – eine Stadt, die ihresgleichen sucht. Unglaublich herausfordernd, aber ebenso schön und fesselnd. Die Mischung aus Internationalität, Berliner Schnauze, dekadenten Clubs oder Cafes in denen Tischtennis gespielt wird macht Berlin zu einem Erlebnis, dass man nicht so schnell vergisst. Natürlich waren auch hier 6 Wochen viel zu kurz um alles in sich aufzusaugen. Doch nicht nur die Stadt hat mich unglaublich glücklich gemacht, auch die Menschen, die ich hier treffen durfte, werde ich so schnell nicht vergessen. Allen voran eine wundervolle Person, die schon am ersten Abend genau auf meiner Wellenlänge in mein Leben gekommen ist. Das es so etwas gibt hätte ich vorher nicht gedacht. Aktionen wie einfach mal nachts auf den Fernsehturm zu steigen, auf einem völlig kaputten Fahrrad ohne bremsen um 2 Uhr nachts zu zweit durch Berlin zu radeln oder einfach nur stundenlang reden und zuhören. Manchmal muss man anscheinend nur aus den wohl unterschiedlichsten Ecken Deutschlands in Berlin aufeinander treffen um sein zweites Ich zu finden.

Glauben kann ich es noch immer nicht, aber das Sofa, auf dem ich liege steht nicht mehr in Berlin. Gerade mal etwas mehr als eine Woche ist es her, da habe ich den letzten Wein unterm Hauptstadt-Sternenhimmel getrunken, das letzte mal das Licht in meiner Wohnung ausgemacht um auf einer wirklich spannenden Autofahrt wieder Richtung westliche Bundesrepublik aufzubrechen.

Ein neues Leben wartete und wartet auf mich in Köln. Die WHU sieht mich erstmal nicht wieder. Es ist wieder alles anders. Mein Leben scheint wirklich nicht still zu stehen. Ich bin über nacht vom Praktikanten mit Studentenausweis zum Angestellten mit unbefristeten Arbeitsvertrag geworden. Glauben kann ich es eigentlich immer noch nicht, aber es scheint wohl wahr zu sein. Ich bleibe in Köln, ich arbeite und ich lebe hier – für ein Jahr der Schnupperkurs Berufsleben. So schnell hatte ich damit nicht gerechnet. War doch eigentlich das Praktikum im nächsten Jahr schon geplant, mein Stundenplan schon im Outlook und die Freude meine Kommilitonen wieder zu sehen schon am Aufbranden – nun bin ich wieder eine „netmom“ ;)

Spät ist es geworden – 4:05 Uhr. Ich sollte langsam ins Bett gehen, denn morgen geht die Wohnungssuche weiter um mein Jahr in Köln auch wieder in eigenen vier Wänden richtig genießen zu können. Ich wünsche denen, die das hier vielleicht irgendwann mal lesen werden, eine gute Nacht und hoffe, dass ich diesesmal mehr Zeit finden werde auch von Zeit zu Zeit etwas zu schreiben.

Bis bald – hoffentlich nach langer Zeit auch mal wieder zu Hause
Euer Ph!

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