Jeck 2.0 – Wenn eingebürgerte StartUpper Karneval feiern

By schaalseejung

BuumHallo liebe Karnevalsfreunde und -nichtfreunde,

am Wochenende war es nun endlich soweit: Manch Kölner wartet seit Monaten, manch Hamburger – e.g. me – fürchtet sich seit Jahren. Nachdem ich im letzten Jahr noch im Vallendarer Karneval mein Heil in einem Großeinkauf bei Aldi und drei Tagen Lerngefängnis in meiner Wohnung gesucht hatte, ging in diesem Jahr – ich erinnere daran, dass sich mein derzeitiger fester Wohnsitz in Köln befindet – nichts mehr an einer karnevalistischen Hochleistung für mich, den trockenen Langweiler aus dem Norden der Republik, vorbei.

Das Kostüm – ein Hauch von Plastik, nicht-atmungs-aktiven Kunststoff sowie einer Knarre erster Güte – besaß ich nun bereits seit einer Woche. Geschmäht verbrachte es allerdings sein trauriges Dasein seit dem Kauf neben meiner Schmutzwäsche in der Kaufhoftüte – unangetastet und nicht gewillt sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Doch es sollte ganz anders kommen. Nachdem ich Weiberfassnacht und den folgenden Freitag noch gewohnt arbeitsreich, gesegnet durch Powerpoint und diverse Kooperationsansätze, im Büro verbracht hatte, die Nacht von Freitag auf Samstag bis 14 Uhr verlängert hatte und somit bereits den halben Karneval verarbeitet bzw. verschlafen hatte, ging es am Samstag Abend dann doch auf die Piste.

Mit wem sollte dieser hohe Anlass nun also begonnen werden?! Eines war sicher: Karneval wird nur zu ertragen sein, wenn noch mehr “jungfräuliche Jecken” mich begleiten. Also erste Wahl – und natürlich wie immer eine vortreffliche – waren da die zwei Ossis: Mein Mareensche und das Süsi – ihreszeichen an diesem Abend Cowgirl und Hexe (inklusive schwarzem Zahn). Begleitet und natürlich auch beschützt wurden diese zarten Gestalten aus verschiedenen Welten vom Piratenkapitän, der zunächst – angeblich – keiner war und erst durch das schöne Susi-Tuch vervollständigt wurde.

Jeck 2.0 Die Kostüme waren auf jeden Fall klasse und der Abend bei bekannten Kölner Gassenhauern wie “Viva Colonia”, “Trink noch eene met”, “Wenn dat Trömmelsche geht…” und “Da hat das rote Pferd…”, ließ sich angesichts meiner durchaus mehr als angenehmen Begleitung sehr gut genießen. Ohne mein Zutun und schneller als ich gucken konnte hatte ich nämlich auf einmal Begleitung von mindestens 8 Frauen – oder 7, vielleicht 9, keine Ahnung. Ich habe schnell den Überblick bei den ganzen Cowgirls, Katzen, Hexen etc. verloren. Auf jeden Fall zeigen sich nun klare Vorteile an einem Job bei Frauenportalen: Um weibliche Begleitung brauch man sich nicht mehr zu kümmern.

Ich denke die Party an sich muss ich nicht weiter und explizit beschreiben. Nur so viel: Kölsch, Bützche, Kölsch, Bützche, Tanzen, mehr Kölsch, Karnevalsmusik und Kölsch.

Der Abend – übrigens begonnen um 18:00 Uhr (ich glaub das letzte Mal habe ich an meinem 14. Geburtstag um 18.00 Uhr angefangen zu feiern ;) …) – endete gegen 3 Uhr Nachts. Heiter und froh suchte ich mein Bett auf und verschob den Morgen mal wieder auf mindestens 13.00 Uhr.

Geweckt wurde ich – ja versprochen ist versprochen, Felix. Du bekommst Deinen Blogeintrag – durch den tapferen nordischen Kämpfer: Altbekannter Mr X vom Speeddating. Der arme Kerl hatte doch tatsächlich seit 23.00 Uhr am Vorabend seine Wohnung nicht mehr gesehen. Dies lag zum einen an der ausgiebigen Feierei, zum anderen aber vor allem seit 8.00 Uhr am Sonntag Morgen an seinem Gast aus der Heimat. Der machte nämlich trotz zahlreicher differenzierter Bemühungen einfach nicht die Tür auf. Und ohne Schlüssel ist das mal grundsätzlich doof. Also spontan den Tisch gedeckt, nen Tee aufgesetzt und dem armen Kerl erstmal Asyl gewährt. Es wurde gedankt und am Ende meldete sich auch erwähnter Gast aus dem Norden, der die Wohnungsblockade und renitentes Schlafenstellen anscheinend nach ca. 100 vergeblichen Anrufen aufgab. Mr X ging ins Bett und ich setzte mich wieder an die Arbeit.

Mir fällt gerade auf, dass ich erst ein Bild dieser Karnevalsparty eingestellt habe. Natürlich nachlässig, daher hier noch eins zum Teilbeweis der Frauenquote:

Hilfe!!!

Tja…das war Karneval. Ziemlich lustig eigentlich, ich denke, dass müssen auch wir “Ausländer” uns nun eingestehen. Ich denke wenn es sich einrichten lässt, dann bin ich im nächsten Jahr wieder dabei, wenn es heißt “Kölle Alaaf”.

Soviel für heute. Ich trinke nun den letzten Schluck Kölsch der Marke Früh und dann gehts ab ins Bett – okay gelogen, da bin ich seit zwei Stunden, aber nun werd ich auch die Äuglein zu machen.

Schlaft gut ihr Nachtschwärmer. Liebe Grüße aus der Hochburg,

Der Ph!

Einen Kommentar schreiben